Das Benchkom-Prinzip
Wissen statt ahnen
Das
Prinzip ist einfach, aber nicht einfach umsetzbar: Wenn ein bestimmtes
Werbemittel wie z.B. eine Anzeige oder ein Commercial für den Betrag
xy gestreut wird, wie viel Werbewirkung wird dieses Werbemittel erzielen?
Die Mediaagentur kann das nicht beantworten: Sie kennt nur GRPs und 1000er
Kontaktpreise. Gut, es sind auch noch einige andere Werte dabei, allerdings
in erster Linie quantitative. In der Regel Werte, die gänzlich unabhängig
sind von der Wirksamkeit des gestreuten Sujets.
Die Werbeagentur kann diese Frage ebenfalls nicht beantworten: Sie hat
ihr Bestes gegeben.
Pretests wiederum geben bestimmte Ausschnitte der Kommunikationsleistung
wie Impact, Merkfähigkeit etc. wieder, aber das erlaubt noch keinen
Rückschluss auf die inhaltliche Wirkung der Maßnahme für
Produkt oder Marke. (Selbst die formalpsychologischen Erkenntnisse
der PreTests sind nicht immer unbestritten, da eine PreTest-Situation
nicht frei von suggestiver Beeinflussung der Testpersonen und häufig
sein kann.)
Benchkom gibt diese Antwort zur Wirksamkeit: Benchkom x Schaltetat.
Wobei Benchkom für einen Wert zwischen -2 und 2 steht.
Ein Benchkom von 1 bezeichnet ein Werbemittel von durchschnittlicher Wirkung.
(Ein Motiv mit einem Benchkom von 0 bewirkt nichts; ein negativer Wert
würde bedeuten, dass das Motiv schädlich für Marke und/oder
Abverkauf des Produkts wäre. Das ist allerdings extrem selten.)
Quantisiert bedeutet das: Eine Anzeige mit einem Benchkom von 1,2 erzielt
bei einem Mediavolumen von 2 Mio. € eine Kommunikationswirkung von
2,4 Mio. €. (Anders herum gesagt: Sowohl die Marketingabteilung als
auch die betreuende Agentur haben ihre Sache gut gemacht: Sie haben eine
zusätzliche Kommunikationsleistung von 400.000 € erbracht.)

Wie ist der Benchkom entstanden?
Klassische
Copytests für Print- und TV-Werbung generieren auf lange Sicht einen
Mittelwert für ein definiertes Sujet (z.B. 1/1 Seite 4c bzw. 30 Sek.
Commercial). Dieser Mittelwert bildet den Standard = Index 100.
Die Lünstroth Marktforschungs- abteilung hat nun unterschiedliche
Personen sowohl aus dem fachlichen Umfeld bei identischen Motiven und
Sujets in unterschiedlichen Kombinationen und Wichtungen die Wirkungsstärke
einschätzen lassen und die Ergebnisse in Relation zu den Ergebnissen
der einschlägigen repräsentativen Copy-Tests gesetzt. Das Ergebnis
ist eine Zusammenstellung von Juroren und ihrer Wichtung untereinander
in den unterschiedlichen Wertungskategorien, deren Gesamtwertung die empirische
Copytest-Analyse mit einer Bandbreite von + - 10% trifft.
Im Prinzip ist der Benchkom eine Hochrechnung. Die Ausgangsdaten rekrutieren
sich aus empirischen Effizienzmessungen der Vergangenheit, deren Ergebnisse
mit inhaltlichen und formalen Kriterien der getesteten Werbemittel korreliert
werden.
Die Zuordnung zu Einzelkriterien und ihr Benchmark-Proportionalum werden
nicht bekannt gegeben. Die Wichtung der einzelnen Kriterien ist komplex
und wird zudem permanent dem sich stetig wandelnden Perzeptionsverhalten
der Adressaten angepasst.
Würden durch Nichtanpassung auf geänderte Rahmenbedingungen
unterschiedliche Maßstäbe entstehen, könnte die Aussagekraft
des Benchkom generell in Frage gestellt werden. Falls das Benchkom-Benchmarking
von anderen Instituten durchgeführt würde, wären die Ergebnisse
nicht direkt vergleichbar.
Darum: Den Benchkom-Index gibt es nur bei Benchkom. Nur diese Indizes
sind untereinander vergleichbar.
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